Die Summe aller Änderungen macht es

Die Summe aller Änderungen macht es

Ich lese gerade diesen Beitrag auf SEOMoz „Do the Little Things in SEO Make a Big Difference?“ (Machen die kleinen Optimierungen wirklich so viel aus?). Als Beispiel nennt Rand Fishkin (sicherlich einer der respektiertesten Experten weltweit) viele kleine Punkte, die in dieser oder ähnlicher Form schon lange bekannt sind und praktiziert werden.

  • Bindestriche statt Unterstriche in den URLs
  • <h1>-Überschriften
  • Unterüberschriften als <h2> und <h3>
  • Die Suchbegriffe, die man optimieren möchte mindestens 1 x in Fettdruck setzen
  • Mit den Suchbegriffen intern verlinken, also nicht mit „klicken Sie hier“
  • Die Suchbegriffe soweit wie möglich vorne verwenden
  • Die Suchbegriffe innnerhalb con Alt-Atrributen verwenden
  • Die Verwendung von NoFollow zur Steigerung der Vererbungspower
  • etc.

Das sind für die meisten SEOs altbekannte Techniken. Rand fragt, wie wir (die SEOs) diese Kleinigkeiten gegenüber Kunden „quantifizieren“ und spricht damit ein wichtiges Thema an. Jeder SEO-Berater hat wohl schon die Erfahrung gemacht, dass skeptische Kunden oft den Einsatz dieser Techniken hinterfragen. Vor allem Entwicklerteams. Wie viel genau bringt das eigentlich? Und genau hier liegt das Problem. Wenn man das alles testen wollte, dann müsste man monatelang Testreihen fahren, um wirklich herauszufinden, was nun genau wie viel bringt. Natürlich möchte niemand diese Testreihen bezahlen. Kunden wollen in der Regel nur eines: In den Suchmaschinen schnell und mit wenig Aufwand nach oben kommen. Und wer will ihnen vorwerfen, dass das falsch sei? Daher ist es in der gesamten SEO-Branche faktisch so, dass man sich auf Erfahrungswerte verlässt.

Genau welchen Wert hat es zu wissen, dass die Verwendung von Fettdruck 0.0001 Bonuspunkte bringt? Das bringt wohl wenig. Wie wäre es hingegen mit der Erfahrung, dass, wenn man denn wirklich ALLE dieser Punkte berücksichtigt, sich merklich die Rankings bessern können. Soetwas habe ich schon oft beobachtet. Wenigstens bis zu dem Punkt, bis in einer entsprechnden Nische jemand mit Linkaufbau begonnen hat. Denn all diese kleinen Tricks haben zusammengenommen keine Chance gegen ein paar gute Links. Mit den besseren Links gewinnt sogar meist die Seite, die kategorisch das Umgekehrte dieser Empfehlungen umsetzt.

Mir wäre es auch viel lieber, wenn Google zum Beispiel das Einhalten der Richtlinien für Barrierefreiheit höher bewerten würde. Das würde das gesamte Internet verbessern. Leider tun sie das nicht. Alles was wirklich zählt sind Inhalte und Links.

Das heißt aber nicht, dass diese Kleinigkeiten jetzt völlig unwichtig sind. Denn eines trifft immer noch zu. Wenn alle anderen Faktoren gleich sind, dann gewinnt die Seite, die die meisten „Kleinigkeiten“ richtig macht. Genau das beobachte ich in vielen noch nicht so stark umkämpften Branchen. Außerdem zeugt es von einer guten „handwerklichen Qualität“, wenn ein SEO all diese kleinen Faktoren berücksichtigt.

Kommentare

Robert
2009-06-23 15:36
Meiner Meinung nach wird LSO derzeit noch überbewertet. Das es ein Trend ist, steht außer Frage, allerdings bringt es nichts, jetzt gleich in Panik zu verfallen, da auch Google offensichtlich mehr auf die Keyworddichte achtet, als auf LSO.

Einen kleinen Test, der mich zu dieser Überzeugung bringt, findet man hier: Auswertung zum Keywordtest: Sportaktivitäten.

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